18.02.2026 –, Raum 7 (GW2 B2890)
Präsentation theoretischer oder konzeptioneller Beiträge
Literatur –Degner, Martin (2025). Gastkommentar: Entwicklung der schulischen Inklusion aus Sicht der Praxis. Zeitschrift für Heilpädagogik (3)76, S. 120-121.
Dworschak, Wolfgang (2024). Hohe Förderrelationen – eine Folge der Inklusionsreform oder das Ergebnis fehlender Standardisierung der Feststellung des sonderpädagogischen Unterstützungsbedarfs? Eine Replik auf den Beitrag „Wider die unmäßige Konstruktion von Förderbedarfen in der Inklusionsreform. Ein unpopuläres Plädoyer für einen engen Behinderungs- und Inklusionsbegriff“ von Hans Wocken in Zeitschrift für Heilpädagogik 5/2024, 204-218.
Wocken, Hans (2024). Wider die unmäßige Konstruktion von Förderbedarfen in der Inklusionsreform. Ein unpopuläres Plädoyer für einen engen Behinderungs- und Inklusionsbegriff. Zeitschrift für Heilpädagogik 5(75), S. 204-218.
„Inklusive“ und „hochwertige“ Bildungsprozesse bei sog. geistiger Behinderung - Phantom oder Zielperspektive?
Nicht zuletzt durch einen kürzlich erschienenen „Gastkommentar“ eines Thüringer Schulleiters einer Förderschule im Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung in der Zeitschrift für Heilpädagogik im März 2025 ist erkennbar, dass sich insbesondere im Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung eine erhebliche Diskrepanz in Bezug auf die im Fachdiskurs postulierte inklusive Bildung und den Realitäten in der Schulpraxis aufgetan hat. Dieser bisweilen immer noch sehr polarisiert geführte Diskurs ist nicht neu, beobachtbar ist jedoch – zumindest in Thüringen – dass inklusive Bildungsprozesse weitgehend am Personenkreis der Schülerinnen mit einer sog. geistigen (und insbesondere mit einer mehrfachen!) Behinderung vorbeizugehen scheinen.
Dass der erwähnte Gastkommentar ohne jeglichen Hinweis auf die Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen der Vereinten Nationen auskommt, irritiert, ausgewiesenen Fachkolleginnen vorzuwerfen, die Förderschulen würden „diskreditiert“, ebenfalls. Ebenso bemerkenswert erscheint die Forderung nach einer Modifikation aktueller Curricula der Universitäten in der Lehrkräftebildung.
In dem Diskussionsforum wird zunächst das oben skizzierte Spannungsverhältnis zwischen fachwissenschaftlichem Konsens und wahrgenommenen „Verstimmungen“ in der Schulpraxis aus thüringischer Perspektive dargestellt werden, um einige zentrale Fragen im Kontext des Diskurses um „inklusive“ und „hochwertige“ Bildungsprozesse miteinander zu diskutieren. Diese können sein:
Gibt es auch in anderen Bundesländern ähnlich wahrgenommene kritische Kommentare?
(Wie) positionieren sich die Studienstandorte zu solchen Kommentaren?
Was kann getan werden, um (wieder) in einen konstruktiven Dialog miteinander zu kommen? Gibt es hierzu gute Beispiele?
Welche zentralen Forschungsperspektiven wären hier zu berücksichtigen?
Schwerpunktthemen und Forschungsbereiche: Lebenssituation von Menschen mit einer sog. geistigen Behinderung in der Lebensspanne; komplexe Behinderung; Teilhabeforschung; Integration/Inklusion; Deinstitutionalisierung; Enthospitalisierung; Rehistorisierung; Assistenz; Beratung im Kontext Teilhabeplanung