Beschäftigungsoptionen bei Behinderung: Wie ein KI-gestütztes Tool Menschen mit Behinderung in der Berufsorientierung unterstützen kann. (Raum 13 - Slot 1)
18.02.2026 , Raum 13 (GW2 B3850)


Abstract Einzelbeitrag zum SymposiumPlus

Das Projekt „Arbeiten – wie ich es will!“ (AWIEW) entwickelt ein KI-gestütztes Tool für und mit Menschen mit Behinderungen (MmB), das MmB bei der selbstbestimmten beruflichen Orientierung unterstützen soll. Das inter- und transdisziplinäre Team, das aus Sozialdesignerinnen, Technikexpertinnen, Sozial- und Rehabilitationswissenschaftler*innen sowie pädagogischen Kräften einer Wohlfahrtsorganisation besteht, nutzt dafür verschiedene Ansätze: dem ökosystemzentrierten Ansatz, der nach Mikro-, Meso- und Makroebene differenziert (Kaletka et al. 2016) sowie der Helixstruktur, die die vier Stränge „Politik“, „Wirtschaft“, „Wissenschaft“ und „Zivilgesellschaft“ fokussiert und sich mit feldspezifischen Anpassungen am Konzept der Vierfach-Helix der Wissensproduktion nach Carayannis & Campbell (2009) orientiert.

Auf Mikroebene werden MmB im partizipativen Ansatz des Co-Designs als Co-Designerinnen beteiligt (Sanders & Stappers 2008). Hierbei geht es darum, ihre Bedarfe zur beruflichen Orientierung zu ermitteln. Auf Mesoebene wird der Helixstrang „Wirtschaft“ durch Expertinneninterviews mit Unternehmen sowie durch die eingebettete Forschung abgedeckt. Bei der eingebetteten Forschung nahmen Forschende für einen festgelegten Zeitraum an der Arbeit einer Institution der Eingliederungshilfe und in einer Förderschule teil, um ihren Kontext zu erforschen und dadurch tiefgehende Einblicke in ihre Beziehungen und Strukturen zu erhalten (McGinity & Salokangas 2014; Vindrola-Padros et al. 2016). Angereichert werden die dadurch gewonnenen Informationen über berufliche Orientierung von MmB durch die Hinzunahme der beiden weiteren Helixstränge „Politik“ und „Zivilgesellschaft“. Letztere wurden durch Fokusgruppendiskussionen mit Eltern und gesetzlichen Betreuenden von MmB umgesetzt. Der Einbezug von Expertinnen, die dem Helixstrang „Politik“ zugerechnet werden können, steht derzeit noch aus. Daher fokussiert der Beitrag die Ergebnisse aus dem Co-Design, der Unternehmensinterviews, der eingebetteten Forschung sowie der Fokusgruppendiskussionen. Hierbei wird folgende Forschungsfrage zentral sein: Wie kann ein KI-gestütztes Tool MmB in der beruflichen Teilhabe unterstützen? Zudem ist von Interesse, wie weitere Akteurinnen einbezogen werden können. Vor dem Hintergrund dieser Leitfrage werden auf der IFO-Tagung die Ergebnisse und methodischen Ansätze, welche transdisziplinäre, ko-kreative und partizipative Aktivitäten umfassen, vorgestellt und diskutiert.

Wie ist der inhaltliche Status Ihres Beitrags?

Präsentation empirischer Projektergebnisse (zum Tagungszeitpunkt vorr. im Abschluss befindliche Forschung), Partizipative und kollaborative Forschungsformate

Literatur

Carayannis, E. G. & Campbell, D. F. J. (2009). “Mode 3” and “Quadruple Helix”: toward a 21st century fractal innovation ecosystem. In: International Journal of Technology Management. Vol. 46, No. 3/4, pp. 201-234.

McGinity, R. & Salokangas, M. (2014). “Introduction: ‘embedded research’ as an approach into academia for emerging researchers”, Management in Education, Vol 28 No 1, S. 3-5.

Sanders, E. B.-N. & Stappers, P. J. (2008). Co-creation and the new landscapes of design. In CoDesign (Vol. 4, Issue 1, S. 5-18). Informa UK Limited.

Vindrola-Padros, C., Pape, T., Utley, M. and Fulop, N. (2016). “The role of embedded research in quality improvement: a narrative review”, BMJ quality & safety, Vol 26 No 2, S. 70-80.

Ann Christin Schulz ist Sozialwissenschaftlerin an der Sozialforschungsstelle Dortmund und arbeitet dort im Bereich „Innovation und Bildung in der digitalen Gesellschaft“. Sie promovierte zur Frage, welche Potenziale die Digitalisierung für die Teilhabe von Menschen mit Behinderung bietet. Forschungsschwerpunkte stellen Teilhabe, Inklusion, Digitalisierung, aber auch soziale Innovationen dar. Zudem ist der Fokus auf marginalisierte Personengruppen gerichtet sowie methodologisch auf partizipative Verfahren.